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Bewerbungsunterlagen

Die Bewerbungsunterlagen

Das Bewerbungsdossier umfasst alle Bewerbungsunterlagen wie das Motivations- oder Bewerbungsschreiben, den Lebenslauf, die Arbeitszeugnisse und Referenzen. Dafür gibt es Regeln und Formate, die eingehalten werden müssen. Das Dossier kann entweder elektronisch oder per Post verschickt werden.

Das Bewerbungsschreiben / Motivationsschreiben

Hier wird auf maximal einer Seite Bezug auf das Stellenangebot genommen und folgendes mitgeteilt:

  • meine Motivation – für genau diese Stelle
  • meine Eignung – speziell für diese Tätigkeit
  • Besonderheiten / Extras – zum Vorteil des Unternehmens (z. B. Insiderwissen, interessante Kontakte, besondere Sprachkenntnisse usw.).

Dieses Schreiben soll die intensive Auseinandersetzung mit den Stellenanforderungen aufzeigen und wie das eigene Profil genau auf diese passt.

Das Verfassen eines Motivationsschreibens ist geprägt durch die Gratwanderung zwischen dem Einhalten bestimmter formeller Regeln und dem Wunsch, die eigene Persönlichkeit hineinzubringen um aus der Masse herauszustechen. In manchen (z.B. kreativen) Berufen ist es sogar erwünscht, sich etwas ausgefallener darzustellen. In aller Regel empfiehlt es sich aber, einem gewissen formellen Rahmen zu folgen.

Die wichtigsten Punkte für ein Bewerbungsschreiben resp. Motivationsschreiben:

  • Kürze: Die wichtigsten Punkte sind kurz und präzis darzulegen. Die maximale Länge: 1 Seite.
  • Motivation: Weshalb genau diese Stelle und dieses Unternehmen?
  • Anforderungen: Passt das gesuchte Profil nicht hundertprozentig, so sind andere Kompetenzen und Stärken hervorzuheben, die nützlich sein könnten. Niemals erwähnen, wenn eine geforderte Kompetenz fehlt, sondern vielmehr den Akzent auf besondere Kenntnisse und Fähigkeiten legen.

Besonders Personen, die für eine gewisse Zeit aus dem Berufsleben ausgestiegen ist, um für die Familie zu sorgen oder aus anderen Gründen (z.B. Arbeitslosigkeit, Auslandaufenthalt) eine gewisse Zeit nicht berufstätig waren, ist es wichtig, zwar stets mit offenen Karten zu spielen, sich aber trotzdem ins richtige Licht zu rücken und Vorzüge hervorzuheben.

Achten Sie besonders auf die Einleitung

Ihre Briefeinleitung ist entscheidend. Sie bestimmt den weiteren Verlauf, also die Qualität Ihrer Argumentation und muss kurz, klar und prägnant, gezielt, dynamisch und fesselnd sein. Ziel der Einleitung ist es, die Neugier des Personalverantwortlichen zu wecken. Ist die Einleitung fade, wandert das Schreiben direkt in den Papierkorb und bildet kein Plus zu Ihrem Lebenslauf. Ist dieses gut und entspricht genau dem Gesuchten (oder wenn Sie das Glück haben, einen äusserst gefragten Beruf vorweisen zu können), wird man Ihre Bewerbung wahrscheinlich berücksichtigen. Wenn nicht, haben Sie Ihr Ziel verfehlt …

Wählen Sie einen direkten und prägnanten Stil

Vermeiden Sie hochgestochene und geschwollene Sätze. Schreiben Sie keinen Roman, der über zwei Seiten Ihre Lebensgeschichte erzählt. Wählen Sie vielmehr kurze, flüssige Sätze, diese lesen sich schneller und leichter. So ersparen Sie dem Personalverantwortlichen Zeit und Energie. Legen Sie besonderen Wert auf das verwendete Vokabular – es muss Ihrem Beruf entsprechen.

Achten Sie auf die Anpassung

Sie haben eine einzigartige Gelegenheit, ihren Lebenslauf mit ein wenig menschlicher Wärme zu umgeben, ihre Persönlichkeit zu offenbaren und sich von den anderen Bewerbern abzuheben. Zeigen Sie in Ihrem Bewerbungsschreiben, dass Sie eine Vision Ihres Berufs haben, dass Sie bereichsübergreifende Kompetenzen erworben haben, dass Ihre Laufbahn einen roten Faden aufweist. Wenn Sie eine Doppelqualifikation vorweisen können (z.B. als Ingenieur eine Marketing-Ausbildung absolviert haben), integrieren Sie diese Information auf subtile Art und Weise in Ihrem Brief.

Treten Sie vertrauenvoll und positiv auf

Gewisse Begriffe können darauf hindeuten, dass der Beweber hektisch, ängstlich, ange­spannt, verzweifelt, deprimiert, bitter oder zynisch ist: „Glauben Sie, dass ein Absolvent ohne richtige Berufserfahrung Sie interessieren könnte?“ Selbst wenn dies stimmt, lassen Sie nichts durchscheinen. Der Personalverantwortliche interessiert sich weder für Ihren Gemütszu­stand noch für Ihre persönlichen Probleme. Streichen Sie alle negativen Formulierungen.

Häufige Fehler:

  • Ein Brief von 2 bis 3 Seiten, der Ihre Lebensgeschichte erzählt.
  • falsche und verschiedene Schriftarten – die Schriftart und Grösse muss bei allen Dokumenten gleich sein!
  • Rechtschreibfehler in der Bewerbung, Name des Personalverant­wortlichen falsch geschrieben, Anrede Herr statt Frau oder um­gekehrt (zeigt mangelnde Gründ­lichkeit bei der Informationsbe­schaffung).
  • schlechte Druckqualität – achten sie auf eine gute Druckqualität (am besten auf einem Laser-Drucker)
  • Wiederholungen – vermeiden Sie unbedingt Wiederholungen (auch wenn Sie andere Worte verwenden)
  • Irrtümer in Bezug auf das Unternehmen (Tätigkeit, Grösse, Produkte etc.).
  • Negative oder vage Äusserungen. Es ist nicht angebracht, Ihre Probleme oder Zweifel zu äussern. „Da ich nun schon ein Jahr arbeitslos bin, frage ich mich, ob ich einen anderen Berufsweg ein­schlagen sollte.” „Obwohl ich schon immer mit Zahlen gearbeitet habe, würde ich mich vielleicht wohler fühlen, wenn ich mit Menschen zu tun hätte.”
  • Floskelhafte Wendungen: „Ich bin dynamisch und selbstständig und möchte Ihnen meine Dienste anbieten.” „Ich erlaube mir, Ihnen meine Bewerbung für die ausge­schriebene Stelle zu unterbreiten.”
  • Aufgeblasener und veralteter Stil: „Ich ersuche Sie, ge­schätzter Herr X, um ein Gespräch …”, … und verbleibe mit vorzüglicher Hochachtung …”.
  • Ein verzweifelter Ton: „Wenn Sie glauben, dass ich für Ihre Firma nützlich sein könnte, …”.

Lebenslauf, Curriculum vitae (CV)

Im Lebenslauf wird eine lückenlose Auflistung der bisherigen schulischen und beruflichen Aktivitäten erwartet. Der Lebenslauf ist ebenfalls ein Pflichtdokument bei Ihren Bewerbungsunterlagen. Er zeigt beispielsweise:

  • Aus- und Weiterbildungen
  • Verlauf der bisherigen Laufbahn (Dauer der Anstellungen, Funktionen, Arbeitgeber, Berufserfahrungen)
  • Spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten (z.B. Sprach- oder Informatik-Kenntnisse, Führerschein, etc.)
  • Ausserberufliche Erfahrungen
  • Referenzen

Dabei kann nach folgenden Schemen aufgelistet werden:

  • Anti-Chronologisch: Die Auflistung beginnt bei der aktuellsten Anstellung / professionellen Erfahrung und geht dann zurück bis zur ersten. Ich empfehle klar diese Variante
  • Thematisch: Die aktuell gewünschten Kompetenzen werden hervorgehoben und das Augenmerk wird so auf die passenden Fähigkeiten und Erfahrungen gelegt.
  • Chronologisch: Beginnend bei der ersten professionellen Erfahrung (z.B. den Schul- oder Universitätsabschluss) wird aufgelistet bis zum heutigen Zeitpunkt.

Das Ganze wird tabellarisch und am Computer verfasst. Bewerbungsschreiben und Lebenslauf sind Visitenkarten. Wichtig sind eine ansprechende Präsentation und eine fehlerfreie und saubere Gestaltung.

Gliederung Lebenslauf

  1. Titel: Lebenslauf oder Curriculum Vitae (CV)
  2. Personalien (inkl. Photo)
    • Name, Vorname
    • Adresse
    • Telefon
    • E-Mail (die Angabe einer persönlichen E-Mail Adresse ist heute zwingend – stellen sie aber auch sicher, dass sie diese täglich kontrollieren!
    • Geburtsdatum
    • Geburtsort
    • Nationalität
    • ggf. Aufenthaltsbewilligung
    • Bei Lehrlingen – Eltern mit Name und Beruf des Vaters und der Mutter
    • Bei Lehrlingen – Geschwister, mit Name, Jahrgang und Schule
    • Photo – das Photo muss nicht zwingend farbig sein, auch schwarz/weiss kann sehr gut wirken. Es darf auf gar keinen Fall ein sog. „selfie“ verwendet werden. Ich empfehle ganz klar ein gutes und professionelles Portrait eines Photografen. Achtung: unbedingt ein aktuelles Photo verwenden!
  3. Schulbildung (Ausbildung)
    • zurzeit – 3. Sekundarschule, Rheinfelden
    • 20XX – 20XX – 1.-2. Sekundarschule, Rheinfelden
    • 20XX – 20XX 1.-6. Primarschule, Rheinfelden
  4. Sprachkenntnisse
    • Deutsch – Muttersprache
    • Englisch – 2. Muttersprache oder Herkunftssprache
    • Französisch – Schulkenntnisse (2 Schuljahre und ein Sprachaufenthalt von 4 Wochen in Paris)
    • Italienisch – Schulkenntnisse (1 Schuljahr)
  5. Schnupperlehre (nur bei Lehrlingen)
    • 15. Mai 20XX, Detailhandelsfachfrau, Mediamarkt, Prateln
  6.  Hobbys
    • Sport: Fussball, Fussballclub Rheinfelden seit 20XX
    • Musik: Gitarre, Gitarrenunterricht seit 20XX
    • Freunde: mit Freunden geselliges Zusammensein (z.B. grillieren)
    • Lesen: mein aktuelles Buch: Biografie von xxxxxxx
    • Pfadfinder: seit 20XX bei xxxx, derzeit Pfadiführer
  7. Referenzen
    • ich empfehle an dieser Stelle mind. zwei Referenzen aufzuführen – aber aufgepasst – die Personen müssen vorher unbedingt angefragt werden!

Mein Tipp:

Oft kommt es vor, dass eine Berufslaufbahn Lücken aufweist. Mit ein paar einfachen Kniffen können solche Klippen umfahren werden:

  • Wer am Anfang der Laufbahn steht oder während einiger Jahre nicht gearbeitet hat, kann Praktika, Auslandaufenthalte, Tätigkeiten in Vereinen oder gemeinnützige Arbeit aufführen.
  • Im Fall ungenügender oder nicht anerkannter Aus- und/oder Weiterbildung können Erfahrungen und Erfolge hervorgehoben werden.
  • Stellenlose können im Lebenslauf ihre Anstrengungen aufführen, um wieder eine Stelle zu finden: Weiterbildung, Praktika, Kompetenzprofil, usw.

Arbeitszeugnisse und weitere Beilagen

Zur Bestätigung der Angaben im Lebenslauf werden die Zeugnisse bisheriger Arbeitsstellen und/oder Ausbildungsabschlüsse beigelegt. Folgende Hinweise können bei der richtigen Zusammenstellung behilflich sein:

  • Berufliche Tätigkeiten lückenlos mit Zeugnissen dokumentieren.
  • Grundsätzlich bei jedem Stellenwechsel Zeugnis oder mindestens Arbeitsbestätigung anfordern.
  • Anderes, wenn dies sinnvoll und gewünscht ist (z.B. gestalterische Entwürfe bei künstlerischen Berufen oder Kopien von Sprachdiplomen bei kaufmännischen Stellen usw.).
  • Am Anfang einer Berufslaufbahn schulische Zeugnisse beilegen oder wenn möglich andere Aktivitäten und Engagements vorweisen. Letzteres gilt auch für Personen, die länger nicht mehr gearbeitet haben (Arbeitslosigkeit, Familienpause).

Das Arbeitszeugnis darf vom Arbeitnehmer / der Arbeitnehmerin verlangt und hinterfragt werden.

Referenzen

Es besteht die Möglichkeit, in der Bewerbung Firmen oder Personen anzugeben, die über ihr Know-how und Arbeitsweise Auskünfte erteilen können. Dies sollten aber nur Personen sein, die auch dazu bereit sind (Erlaubnis ist zwingend einzuholen!) und deren Aussagen auch Gewicht haben. Referenzen können auch erst beim Vorstellungsgespräch mitgebracht werden. In der Regel werden sie am Ende des Lebenslaufes aufgeführt oder im Motivationsschreiben angegeben.

„last but not least“

Nachdem Sie alle Bewerbungsunterlagen erstellt haben, ist es wichtig, dass sie diese zusätzlich auch als PDF-Datei bei Ihnen speichern. Es ist ein absolutes „no go“ andere Dateiformate an Arbeitgeber zu versenden.

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