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Die Anzahl Lehrlinge, die im ersten Lehrjahr die Ausbildung abbrechen, steigt konstant an. Die Abbrüche sind neben der falschen Berufswahl, das mangelnde Interesse der Lernenden, auch auf das Verhalten des Ausbildungsbetriebes oder Ausbildner zurückzuführen.

Ausbildungsbeginn = gute Einführung

Vor allem der Einstieg in die Ausbildung, sprich der erste Arbeitstag, die ersten Wochen und das erste Jahr sind ausschlaggebend, wie wohl sich der Auszubildende im Unternehmen fühlt – und ob die Ausbildung erfolgreich wird oder nicht!

Wer hier Zeit investiert wir mit einem guten Lehrling belohnt.

So klappt der Umgang mit den Auszubildenden:

  • Nehmen Sie sich Zeit für die Einführung des Lehrlings.
  • Erklären Sie dem Auszubildenden was es heisst, sich vom Schul- auf den Arbeitsalltag umzustellen und geben Sie ihm dafür auch entsprechend Zeit.
  • Machen Sie den Lehrling auf die betrieblichen Gepflogenheiten aufmerksam.
  • Orientieren Sie die lernende Person über mögliche Probleme und Schwierigkeiten, signalisieren Sie, dass Sie immer ein offenes Ohr haben.
  • Geben Sie ihm einen Überblick über die kommenden Tage, Wochen und Monate der Ausbildung unter Einbezug der drei Lernorte Betrieb, Berufsschule und üK.
  • Erstellen Sie ein ausführliches Programm der ersten Woche und besprechen Sie es.
  • Lassen Sie die lernende Person eine Leistung erbringen. Planen Sie vorgängig die Arbeit, sodass die lernende Person ein Erfolgserlebnis verbuchen kann.
  • Fragen Sie in den ersten Tagen und Wochen nach den Eindrücken und Erfahrungen.

Dos & Don’ts als Ausbildner und im Ausbildungsbetrieb

Dos

  • Erstellen Sie einen sinnvollen Bildungsplan und kontrollieren Sie regelmässig zusammen mit dem Lehrling, ob er erfüllt wird.
  • Das Unternehmen muss dem Lehlingsausbildner genügend Zeit geben, um sich um den Auszubildenden zu kümmern.
  • Suchen Sie aktiv und regelmässig Kontakt mit der lernenden Person, fragen Sie nach positiven Punkten, aber auch wo es Probleme gibt.
  • Fragen Sie auch mal bei den Mitarbeitern nach, wie sich der Auszubildende schlägt und wie man ihn noch besser fördern kann.
  • Loben Sie die lernende Person regelmässig! Dies steigert Motivation und Selbstbewusstsein.
  • Denken Sie daran – dem Lehrling Feedback geben ist enorm wichtig. Nur so kann sich ein Lehrling orientieren.
  • Vergeben Sie Aufgaben entsprechend Können und Wissen des Auszubildenden und vermeiden Sie Über- und Unterforderung.
  • Achten Sie auf die Arbeitszeiten und dass sich keine übermässigen Überstunden anhäufen.
  • Gibt es Probleme z.B. mit dem Ausbildner, kann versucht werden eine andere verantwortliche Person im Unternehmen zu finden.

Don’ts

  • Es wird nicht genügend Zeit aufgewendet. Ausbildner werden schnell ungeduldig.
  • Die Ausbildung erfolgt nicht nach Bildungsplan bzw. es ist überhaupt keiner vorhanden.
  • Es fehlt die Struktur in der Ausbildung.
  • Lernende lernen irgendetwas – nur nicht das was sie wirklich brauchen.
  • Es werden ihnen Handlangerarbeiten übertragen – sprich man nutzt sie als billige Arbeitskräfte aus.
  • Vorbildpersonen fehlen: weder der Ausbildner noch andere Personen im Unternehmen stehen also Vorbild bereit.
  • Überbelastung des Ausbildners führt zu Zeitmangel und Ungeduld in der Ausbildung des Lernenden.
  • Zu hohe Anforderungen an Laien – oft sogar ohne dass sich im Vorfeld ausreichend Zeit zur Einarbeit genommen wurde.
  • Zwischenmenschliches Fehlverhalten: selbst wenn Auszubildende sich falsch verhalten, muss der Auszubildende sowie die anderen Personen im Betrieb als gutes Beispiel vorangehen. Dazu gehört der höfliche respektvolle Umgang miteinander. Gleichzeitig ist es aber auch Aufgabe des Ausbildners dem Auszubildenden falls nötig neutral aber bestimmt in die Schranken zu weisen.