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Wenn wir uns etwas wünschen sind wir enttäuscht, wenn wir es nicht bekommen.

Wenn wir etwas erwarten, so ist die Enttäuschung schon grösser, wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird.

Fordern wir etwas und diese Forderung wird nicht erfüllt, dann werden wir ärgerlich resp. wütend.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig gerade bei einem Berufseinstieg die Wünsche, Erwartungen und Forderungen aller Stakeholder zu kennen (inkl. der eigenen), um böse Überraschungen zu vermeiden. Dabei scheint mir der Umgang mit den eigenen Erwartungen und Forderungen fast noch der einfachste Teil zu sein. In meinem Seminar „fit 4 business“ lernen wir den Umgang mit eigenen Erwartungen, indem wir versuchen die Erwartungen und Forderungen in einen Wunsch zu verwandeln. So können wir unser seelisches Gleichgewicht erhalten.

Wichtig ist es aber auch die Erwartungen und Forderungen der Stakeholder (Lehrmeister, Mitarbeiter, Eltern, Lehrer etc.) zu kennen. So können wir uns eine gut funktionierende Strategie zurechtlegen und erleben keine Überraschungen. Im Seminar haben wir genügend Zeit, uns diesem Thema zu widmen.

Diese 3 Erwartungen haben Arbeitgeber an neue Mitarbeiter:

TEAMGEIST

Die kreative Stärke des Kollektivs stellt in den meisten Unternehmen die Grundlage des Erfolgs dar. Ziele zu erreichen wird oft nur dadurch möglich, dass jeder Mitarbeiter seine persönlichen Stärken kennt und gezielt einsetzt. In den meisten Büros gibt es daher keinen Platz für egozentrische Platzhirsche, die für Unstimmigkeiten im Team sorgen und damit die Arbeitsergebnisse eher verschlechtern als verbessern.

Aus diesem Grund werden Kandidaten in Bewerbungsgesprächen häufig mit der Frage konfrontiert, in welcher Arbeitsatmosphäre sie bisher am liebsten und besten gearbeitet haben: Hier versuchen Recruiter, die Teamplayer herauszufiltern.

ENTSCHLOSSENHEIT

Die Überzeugung, dass etwas möglich ist und man seine Ziele erreichen kann und wird, ist die Voraussetzung für jede Art von Erfolg – privat wie beruflich. Wer diese Haltung mitbringt, macht Dinge möglich und lässt sich nicht vom erstbesten Problemchen entmutigen.

Wenn ihnen (von wem oder was auch immer) Steine in den Weg gelegt werden, schaffen es entschlossene, zielstrebige Menschen, trotzdem einen Weg zu finden. Denn sie konzentrieren sich ausschliesslich auf das Finden einer Lösung, nicht auf ein mögliches Scheitern – und das geht mit einer Menge Motivation und Kreativität einher. Wer würde solche Menschen nicht gern in seinem Unternehmen wissen?

Auf diese Eigenschaft wollen HR-Manager im Interview hinaus, wenn sie dich zum Beispiel bitten: „Erzählen Sie mir von einer Situation, in der Sie eine grosse berufliche Herausforderung bewältigen mussten.“ Denk dran: Hier geht es vor allem um deine Art der Bewältigung, nicht um das Problem an sich.

WISSENSDURST

Ein Mensch, der immer gern Neues lernt, ist automatisch offen gegenüber neuen Entwicklungen und Ideen. Klar, dass diese Eigenschaft für zukunftsorientierte Unternehmen sehr interessant ist – verspricht sie doch, den Fortschritt und die Weiterentwicklung der Firma zu unterstützen.

Diese Erwartungshaltungen haben Mitarbeiter an Lehrlinge und Neulinge:

  • Arbeitsentlastung: Bestärken Sie Ihre neuen Kollegen, dass Sie ihnen Arbeitslast abnehmen. Punkten Sie mit fachlicher Kompetenz, ohne dieses an die große Glocke zu hängen.
  • Integration in bestehende Strukturen: Reformeifer wird bei Newcomer nicht gerne gesehen. Versuchen Sie daher zu Beginn nicht Arbeitsprozesse umzukrempeln, auch wenn Ihre Ideen gut sind. Ihre Kollegen erwarten, dass Sie sich in bestehende Strukturen einfügen und den gewohnten Ablauf nicht stören. Ihre Gelegenheit wird noch kommen – ohne den neuen Kollegen auf die Füße zu treten.
  • Freundlichkeit: Sie sollten offen und freundlich auf neue Kollegen zugehen. Verzichten Sie auf Lästereien und beobachten Sie lieber Bürostrukturen.
  • Lernbereitschaft: Denken Sie daran – wer nicht fragt, bleibt dumm. Haben Sie daher keine Scheu Fragen zu stellen. Versuchen Sie aber auch Dinge selbstständig zu lösen, um nicht zur Zusatzbelastung zu werden (siehe weiter unten).
  • Namen kennen: Niemand nimmt es Ihnen übel, wenn Sie nach einer Woche nicht alle Namen kennen. Nach dem ersten Monat sollten diese aber halbwegs sitzen.

No go! Das sollten Sie als neuer Mitarbeiter vermeiden

  • Zusatzbelastung: Fallen Sie Ihren neuen Kollegen nicht zur Last. Arbeiten Sie so viel wie möglich selbstständig und stellen Sie Fragen in geeigneten Momenten und in gesammelter Form.
  • Fehler verschweigen: Niemand ist perfekt. Gerade in der Einstiegsphase passieren Fehler. Entscheidend ist, dass Sie diese Fehler nicht stillschweigend übergehen, sondern zu diesen stehen. Lieber in den sauren Apfel beißen, sich entschuldigen und aus dem Fehler lernen.
  • Konkurrenzkampf: Besondere Vorsicht ist angebracht, sobald neue Kollegen einen Konkurrenten in Ihnen sehen. Zeigen Sie sich souverän und versuchen Sie die Wogen durch freundliche Gespräche zu glätten.
  • Privattermine: Arzttermine, Privatgespräche oder der Urlaubsantrag in der Probezeit sind weitere No Go‘s, die Sie in der Anfangszeit vermeiden sollten.
  • Nutzung von Mobile-Phone: stellen sie das Gerät auf lautlos und lassen sie dieses in ihrer Tasche – auf keinen Fall auf dem Schreibtisch – vermeiden sie es, alle 5 Minuten das Mobile-Phone zu checken – das können Sie in der Pause machen!
  • Einhaltung des Dresscodes: vermeiden sie es under- oder gar overdressed zur Arbeit zu gehen und vermeiden sie

 

So vorbereitet, sollte ein Berufseinstieg für Schulabgänger (Sekundar- Mittel- oder Hochschule) keine grosse Überraschung bezüglich Forderungen mehr beinhalten.